Du leitest ein Team oder übernimmst bald Verantwortung für eine Stufe oder ein Lager. Dafür brauchst du Menschen, die dich unterstützen. In diesem Lernpfad findest du heraus, wer das ist und wie du diese Unterstützung nutzen kannst.
Halte dein Lernjournal oder eine persönliche digitale Notiz bereit. Bearbeite die Schritte der Reihe nach. Du kannst die Inputs lesen oder die angebotenen Audios hören. Aufträge und Fälle gehören immer dazu.
Das Lager beginnt in drei Tagen. Zwei Personen aus deinem Leitungsteam streiten über die Aufgabenverteilung. Eine Person sagt: «Wenn das so weitergeht, komme ich nicht mit.» Du hast bereits versucht, mit beiden zu sprechen. Ihr kommt nicht weiter. Eine unmittelbare Gefahr liegt in diesem Beispiel nicht vor.
Notiere vorläufig:
Wen würdest du um Unterstützung bitten?
Was soll diese Person konkret beitragen?
Wen könntest du alternativ kontaktieren?
Du musst jetzt noch keine perfekte Antwort haben. Am Ende überprüfst du deine Entscheidung nochmals.
Betreuung hilft dir, selbständig Verantwortung zu übernehmen. Sie bietet Erfahrung, Rückmeldung und Unterstützung. Das Netzwerk ist je nach Abteilung und Kanton unterschiedlich aufgebaut.
Öffne die PBS-Seite zur Betreuung und schau dir die Netzwerkgrafik an.
Anschliessend kannst du hier die Funktionen selber entdecken oder hörst dir den kurzen Podcast an:
Die Stufenleitung verantwortet ihre Stufe und begleitet deren Leitende. Sie ist eng mit der AL und anderen Stufenleitungen vernetzt.
Denkfrage: Wer unterstützt die Leitenden deiner Stufe? Wenn du selbst Stufenleitung bist: Wer unterstützt dich?
Die AL verantwortet die Abteilung. Sie begleitet die Leitenden im Jahresbetrieb und bei Lagern und spricht die Betreuung mit dem Coach ab.
Denkfrage: Kennst du deine AL und ihren Kontaktweg?
Der Coach begleitet die Abteilung, besonders die AL, während des Jahres. Er unterstützt und beurteilt die Lagerplanung und bewilligt Lager gemäss den Vorgaben von PBS und J+S.
Denkfrage: Hast du deinen Coach schon kennengelernt? Was würdest du ihn gerne fragen?
Der Elternrat bringt die Sicht der Eltern ein und kann zwischen Eltern und Abteilung vermitteln.
Denkfrage: Gibt es einen Elternrat? Welche Aufgaben übernimmt er bei euch?
Ein Präses ist eine professionelle Betreuungsperson bei Abteilungen mit Pfarreiverbindung. Diese Rolle ist nicht in jeder Abteilung vorhanden.
Denkfrage: Gibt es bei euch einen Präses oder eine vergleichbare Person?
Rover können Leitende mit Erfahrung, Ideen oder praktischer Hilfe unterstützen.
Denkfrage: Wer hilft dir niederschwellig, wenn du eine zweite Sicht brauchst?
Das Abteilungskomitee vernetzt Betreuungspersonen und weitere Amtspersonen. Seine Kompetenzen müssen klar festgelegt sein.
Denkfrage: Wie tauschen sich die Betreuungspersonen deiner Abteilung aus?
Je nach Kanton gibt es eine Zwischenebene mit eigenen Betreuungsaufgaben.
Denkfrage: Gehört deine Abteilung zu einer Region, einem Korps oder einem Bezirk?
Kantonale Betreuungsverantwortliche unterstützen die Betreuung rund um die Abteilungen. Die Betreuungskommission der PBS unterstützt die kantonale Ebene.
Denkfrage: Wo findest du die zuständige Stelle deines Kantonalverbands?
Zeichne einen Kreis mit «Ich» in die Mitte. Schreibe deine heutige Rolle und eine Rolle, die du künftig übernehmen möchtest, dazu. Ergänze die für dich relevanten Betreuungspersonen rundherum. Verbinde dich mit den Personen, an die du dich direkt wenden kannst.
Noch unbekannte Namen markierst du mit einem Fragezeichen. In Schritt 5 ergänzt du die Kontakte.
Nicht alle Rollen müssen bei euch existieren. Entscheidend ist, dass die benötigten Aufgaben abgedeckt sind. Das Netzwerk ist auch für gute Ideen und persönliche Entwicklung da.
Ein Lager wird durch AL und Coach gemeinsam betreut. Sie vereinbaren ihre Aufgaben. Als Lagerleitung klärst du mit ihnen, wer welche Unterlagen benötigt und wann Rückmeldungen erfolgen. Du koordinierst weiterhin die Planung und dein Team.
Du verantwortest eine Stufe. Seit Wochen bleiben Vorbereitungsaufgaben liegen. Eine neue Leitungsperson weiss nicht, was von ihr erwartet wird. Ihr habt noch nicht gemeinsam darüber gesprochen.
Überlege: Was kannst du selbst ansprechen? Wann holst du Unterstützung? Wobei soll diese helfen?
Plane ein klärendes Gespräch im Team: Was ist unklar, wer braucht Unterstützung und wie verteilt ihr die Aufgaben? Als Stufenleitung kannst du dich mit der AL beraten. Wenn du Mitglied des Teams bist, ist deine Stufenleitung ein naheliegender Kontakt. Braucht es zusätzliche Erfahrung oder eine Aussensicht, kann der Coach unterstützen. Vereinbart eine konkrete nächste Handlung und einen Zeitpunkt zum Überprüfen.
Du leitest das kommende Lager. Eine Person sagt: «Das Programm schicken wir nur dem Coach. Die AL braucht das nicht.»
Überlege: Wie überprüfst du diese Aussage? Welche Absprache brauchst du vor dem Versand?
Eine pauschale Aufgabenverteilung reicht nicht. Kläre mit AL und Coach, wer welche Teile betreut, welche Unterlagen benötigt werden und welche Fristen gelten. Halte die Abmachung fest. Bei Fragen zur Lageradministration nutzt ihr gemeinsam die offiziellen Hilfsmittel.
Du möchtest einen Konflikt besprechen, aber die AL ist selbst beteiligt. Im Beispiel gibt es keine unmittelbare Gefahr und keinen Hinweis auf einen Übergriff.
Überlege: Welche Person könnte mit genügend Abstand unterstützen?
Der Coach ist ein möglicher Kontakt. Ist auch dieser beteiligt, nicht erreichbar oder ungeeignet, suchst du Unterstützung über die zuständige regionale oder kantonale Betreuung. Bei Krisen oder Unsicherheit über die Tragweite ist die Pfadihelpline erreichbar. Du musst nicht jeden Kontakt der Reihe nach abarbeiten.
Stufenvergleich: Würden sich deine Ansprechpersonen ändern, wenn es um Wölfe, Pfadis oder Pios ginge? Notiere einen Unterschied bei den Bedürfnissen oder der Beteiligung der Kinder und Jugendlichen. Die Unterstützung muss zur konkreten Situation passen.
Akuter Notfall: Folgegefahren beachten, Erste Hilfe leisten und erforderliche Rettungskräfte alarmieren. Allgemeiner Notruf: 112. Betreuung der übrigen Gruppe sicherstellen.
Pfadihelpline: 0800 22 36 39 · rund um die Uhr erreichbar.
Aus dem Ausland: +41 58 058 88 99.
Die Helpline vermittelt zum zuständigen Krisenteam. Dieses unterstützt beim Vorgehen, bei der Kommunikation und bei der Betreuung der Betroffenen. Die Hilfe im akuten Notfall darf dadurch nicht verzögert werden.
Das Krisenteam muss informiert werden, wenn bei oder wegen Pfadiaktivitäten Polizei oder Rettungsorganisationen hinzugezogen werden oder sich selbst einschalten. Das gilt auch, wenn sich Medien bei Notfällen oder Krisen aktiv melden. Im Zweifel rufst du die Helpline an.
Entscheide bei folgenden drei Fällen über dein Vorgehen:
Fall 1:
Zwei Leitende möchten dasselbe Spiel durchführen. Ihr könnt die Frage im Team ruhig besprechen.
Eine gewöhnliche Programmfrage lässt sich im Team klären. Bei Bedarf unterstützt die Stufenleitung oder AL. Bleibt der Konflikt bestehen oder nimmt seine Tragweite zu, holst du weitere Hilfe.
Fall 2: Nach einem schweren Unfall ist der Rettungsdienst alarmiert. Eine Person meint: «Das Krisenteam brauchen wir nicht; die Rettung kommt ja schon.»
Eine gewöhnliche Programmfrage lässt sich im Team klären. Bei Bedarf unterstützt die Stufenleitung oder AL. Bleibt der Konflikt bestehen oder nimmt seine Tragweite zu, holst du weitere Hilfe.
Fall 3: Ein Kind berichtet von einem möglichen Übergriff. Du bist unsicher, wie du reagieren sollst.
Hole Unterstützung über die Pfadihelpline. Für das weitere Vorgehen und mögliche Meldepflichten nutzt du den offiziellen Leitfaden und die Beratung des Krisenteams. Eine solche Situation soll nicht als gewöhnlicher Teamkonflikt behandelt werden.
Notiere für einen erfundenen Fall: Was ist passiert? Wo und wann? Wer und wie viele sind betroffen? Was wurde bereits getan? Wer ist unter welcher Nummer erreichbar? Benenne Abteilung und Kantonalverband. Warte nicht auf vollständige Angaben, wenn Hilfe nötig ist.
Speichere die Helpline jetzt in deinem Handy. Übungsfälle werden schriftlich bearbeitet; dafür wird die Helpline nicht angerufen.
Weiterlesen: PBS-Leitfaden «Krise / Notfall – was tun?».
Wähle deinen Kantonalverband. Suche die zuständige Betreuung oder den allgemeinen Kontakt und halte den Link fest. Suche bei Bedarf auch eure regionale Ebene. Die kantonalen Stellen helfen dir, wenn du einen Kontakt nicht findest. Deine AL und deinen Coach findest du normalerweise über deine Abteilung.
Kontakt und Helpline der Pfadi Kanton Schwyz
Betreuungsnetzwerk der Pfadi Kanton Zug
Kontaktseite mit Betreuung und Krisenteam · Betreuungsnetzwerk
Arbeitsgruppe Betreuung · Krisenteam
Kontakt der Scouts Fribourgeois · offizielle Dokumente
Betreuung in der Pfadi Aargau ·
Erstelle eine Übersicht mit deinem persönlichen Betreuungsnetzwerk auf Papier in den Lernjournal. Ergänze nur Rollen, die für dich tatsächlich relevant sind. Schreibe bei offenen Feldern dazu, mit wem du sie klärst. z.B. AL, Coach, Kantonale Betreuung etc.
Name | Kontaktweg | Hilft mir bei
Krisenunterstützung
Zuständiges Krisenteam über Helpline
0800 22 36 39
Krisenberatung und Unterstützung
Ausland: +41 58 058 88 99
Falls ein Kontakt fehlt: Notiere «Ich kläre … mit … bis …». Dein Kontaktplan ist erst vollständig, wenn auch diese Lücke geklärt ist. Du kannst den Lernpfad inzwischen abschliessen.
In der Pfadi entwickelst du Fähigkeiten, die auch ausserhalb der Pfadi wertvoll sind. Bénévole hilft dir, diese Erfahrungen in einem Leistungsnachweis sichtbar zu machen. Für deine Tätigkeit in der Abteilung ist die AL die erste Ansprechperson. Eine Kursbestätigung dokumentiert dagegen den erfolgreich besuchten Ausbildungskurs.
Schau das Bénévole-Erklärvideo an.
Bearbeite das Abschlussquiz. Es enthält sechs Fragen mit je einer richtigen Antwort. Schau dir nach dem Absenden die Bewertung und Erklärungen an. Bei einer falschen Antwort lies den entsprechenden Lernschritt nochmals. Du kannst das Quiz wiederholen.
Denke dich noch einmal in den Fall vom Anfang ein. Wie würdest du jetzt Antworten?
Das Lager beginnt in drei Tagen. Zwei Personen aus deinem Leitungsteam streiten über die Aufgabenverteilung. Eine Person sagt: «Wenn das so weitergeht, komme ich nicht mit.» Du hast bereits versucht, mit beiden zu sprechen. Ihr kommt nicht weiter. Eine unmittelbare Gefahr liegt in diesem Beispiel nicht vor.
Notiere vorläufig:
Wen würdest du um Unterstützung bitten?
Was soll diese Person konkret beitragen?
Wen könntest du alternativ kontaktieren?